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Thema:Integration[ Beitrag zum Thema verfassen ]
von: Casting - verfasst am: 2012-01-26 10:25:54 - Email: casting@melymel.ch
 Castingaufruf für Sensibilisierungskampagne!
Für die Sensibilisierungskampagne eines Schweizer Dienstleistungsunternehmen suchen wir noch dringend männliche und weibliche 20-45 jährige Sehbehinderte, Gehörlose sowie Gehbehinderte im Rollstuhl. Die Fotoaufnahmen dauern ein halber Tag und finden am Sonntag, 4. März in Zürich statt. Bei Interesse bitte zwei Fotos (Portrait & Ganzkörper) plus Personalien, Grösse und Geburtsdatum an casting@melymel.ch Für weitere Details sowie Entschädigung geben wir gerne via e-mail oder telefonisch unter +41 43 931 73 66 Auskunft.

 

von: Helena - verfasst am: 2010-10-23 17:47:13
 Integration
Ich denke was Integration angeht muss in Deutschland noch einiges passieren. Habe erfahrung mit Menschen mit Behinderung im Kindes-und Jugendalter, habe in einer Schule und einem Wohnheim gearbeitet, bzw arbeite immernoch dort. Ich sehe das Problem darin, das es grade schwierig ist Kinder zu integrieren, erinnere mich an ein Projekt was meine Mutter durchführte, in dem eine KLasse in eine Grundschule verlegt worden ist. Was kam dabei raus? In den Pausen wurden die Kinder von anderen Kindern auf Grund deren Behinderung gehänselt und ausgegrenzt. Integration sollte in einem anderen Aspekt stattfinden. Dennoch finde ich es schwierig Kinder mit Behinderung in eine " normale " grundschulklasse gehen zu lassen, da der Wissensstand ein völlig anderer ist. Viel wichtiger wäre die Integration in der Freizeit, das die Kinder an normalen Aktivitäten teilnehmen , weil man einfacher auf die Kinder eingehen kann als in der Schule mit dem Unterrichtsstoff da kann man den Kindern einfach nicht komplett gerecht werden

 

von: Karin - verfasst am: 2004-07-04 09:11:04
 Meine körperliche Behinderung
In meiner Umgebung reagieren die Leute immer mit einem Gedankenzwiespalt, wenn es um eine Behinderung, eine Krankheit oder sonstiges geht. Sie verhalten sich oft so, als ob es sich dabei um eine andere Art von Mensch handeln würde.
Sie verhalten sich zwar hilfsbereit, aber doch oft so, als ob sie selbst nie davon betroffen sein könnten. Das stimmt mich ein wenig nachdenklich, ob sie mich überhaupt ernst nehmen, oder nur den Teil von mir wahrnehmen der biologisch etwas anders funktioniert. Ich habe aber natürlich Zielvorstellungen, meine persönlichen Prinzipien und alles was dazu gehört. Vielleicht richtet ihr den Blick einmal auf diese, und vergesst dabei ein wenig, dass ich eine motorische schwere Gehbehinderung habe, die aber nicht das Um und Auf meiner Persönlichkeit ausmachen.

 

von: Melitta Rossian - verfasst am: 2004-06-03 12:04:05
 Begegnung
Zum Thema behinderte Menschen hätte ich folgendes zu sagen. Ich bin ganz ehrlich, ich tue mir manchmal ein bißchen schwer. Es kommt auch immer auf den Schweregrad der Behinderung an. Also solche Menschen, die leider auch „nur“ im Rollstuhl sitzen und nicht laufen können, aber halbwegs gut sprechen können, mit denen tue ich mir überhaupt nicht schwer. Mit blinden Menschen gebe ich ehrlich zu, wüßte ich oft nicht wie ich mich verhalten sollte. Ich habe in meinem Leben auch ehrlich gesagt noch sehr wenig mit behinderten Menschen zu tun gehabt. Einerseits habe ich im Fernsehen schon öfters gehört von Behinderten selbst, sie wollen ganz normal behandelt werden, wie z.B die blinden Menschen, oder die keine so schwere Behinderung haben. Sollte ich in nächster Zeit so jemanden treffen, werde ich mir das zu Herzen nehmen.

 

von: Roland - verfasst am: 2002-07-08 15:04:02
 Respekt
Ich denke Integration fängt dort an, wo man einen
behinderten Menschen ernst nimmt, ohne das
übliche Mitleid, oder verstecktes Mißtrauen.
Eine offene Begegnung erspart viel Gerede und
viele Fachbegriffe. Letztendliche gibt es
keinen Ersatz und keine Therapie dafür wie
man jemanden respektiert und ernst nimmt. Das
ist Charakter- und Erziehungssache der
sgn. Nicht-Behinderten.

 

von: Charlotte Oberwallner - verfasst am: 2001-12-03 11:12:04
 Damals und Heute
Ich bin im Jahre 1931 in Kärnten geboren, und da eine große Zeitspanne in der Entwicklung liegt, möchte ich die Einstellung von der damaligen Zeit gegenüber der Gegenwart aus meiner Sicht ein wenig dokumentieren. In meiner Kindheit wurde dieses Thema noch als ziemliches Tabu behandelt. Auf den Bauernhöfen wurden viele geistig behinderte Menschen als Arbeitskräfte benutzt. Sie hatten ihr Essen, ein Dach über dem Kopf, mitunter im Stallgebäude, doch weitere Maßnahmen wurden nicht getroffen. Schwerere Fälle waren meistens in Nervenheilanstalten untergebracht. Die bekam man überhaupt nicht zu sehen, abgeschlossen von der Außenwelt fristeten sie ihr Dasein. Die Besucherräume waren schwer vergittert, und mit einem schweren Holztisch sowie festgeschraubten Bänken versehen. Ansonsten keinerlei Inventar oder Schmuck.

Im Allgemeinen wurden die behinderten und psychisch erkrankten Menschen mit denen man im Alltag zusammenkam, von der Bevölkerung ein wenig spöttisch, belustigt oder erbarmungswürdig hingenommen. Es war halt so, und wurde hingenommen und als abnorm abgestempelt. Zur Diskussion gelangten eher die Handlungsweisen. Dies war lustig, interessant und unterhaltungsreich. Jeder hatte eine außergewöhnliche Marotte, die bestaunt, belacht, oder auch beschimpft wurde. Manchmal hörte man auch derbe Scherze, die den Intimbereich betrafen. Sie wurden alle irgendwie akzeptiert, gehörten zum täglichen Leben.
Somit sehe ich die heutige Einstellung als gewaltigen Fortschritt. Aber sicher gibt es noch vieles zu verbessern. Schritte hinsichtlich der privaten Betreuung, Aussprache für die Eltern der betroffenen Kinder. Nicht alle können damit gut umgehen, und wollen dies nicht an die Öffentlichkeit bringen. Alles was zur Verbesserung und Gesundung sowie zum Selbstwertgefühl beiträgt ist positiv. Tanzen wir nicht alle irgendwie auf einem akrobatischen Seil, das von einer Minute auf die andere ins Schwanken geraten kann, oder gar zerreißen?
Wenn aber von der damaligen Zeit bis heute soviel geschaffen werden konnte, so wird es in der Zukunft nur noch besser werden. Mit diesem Wunsch und dieser Hoffnung möchte ich abschließen. Gedenken wir derer, die begonnen haben ein Licht für diese Menschen zu entzünden, durch bessere Maßnahmen, ärztliche Hilfe, liebevollere Betreuung. Ein besonderer Dank denen, die für diese Menschen ihren Einsatz leisten.

 

von: Irene H. - verfasst am: 2001-12-01 16:34:41
 Gelungene Integration?
Erwachsen werden ist unbestritten eine komplizierte Angelegenheit. Für behinderte Menschen ist es eindeutig schwerer. Oft beschäftigt man sich mit diesem Thema überhaupt nicht – die ewigen Kinder sagt man mit einem gutgemeinten Lächeln. Das Lächeln ist liebenswürdig gemeint, aber es bedeutet auch, dass man behinderte Menschen, vor allem Geistig-Behinderte nicht kennt. Wenn man sie kennt weiß man, dass sie erwachsen werden wollen, oft mit großer Intensität. Wir sind keine Kinder mehr, ist der erste Schritt zu sagen: „Ich bin eine Frau, oder ich bin ein Mann“. Für eine gesunde Entwicklung und eine volle Entfaltung der Persönlichkeit ist das ausgesprochen wichtig. Wenn man sich auf diesem Gebiet nicht so sicher fühlt, ist es gut die verschiedenen Aspekte einer Persönlichkeit anzuschauen. Wer mit bestimmten Fähigkeiten in einem noch sehr kindlichen Stadium steckt, muss mit anderen Teilen seiner Persönlichkeit nicht am selben Platz stehen. Im Gegensatz zum geistigen (kognitiven) Erscheinungsbild kann die soziale Reife sehr hoch sein. Diese Seite der Persönlichkeit fordert den Anspruch erwachsen zu sein, und zwar mit viel Kraft, der leider auch zum Kampf wird, wenn man einander nicht so genau kennt.

 

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