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Projektgestaltung im institutionalen Bereich

Autor: Ariane Oberwallner
( Dipl. Behindertenpädagogin )

Malen mit dunklen Farben: Zwei häufige Beweggründe: Intuitiv werden Farben gewählt, die den stärksten Kontrast zum weißen Papier bilden. Hellere Farben sind häufig nicht aussagekräftig genug. Erdige, braun bis schwarze Farbtöne geben Sicherheit und stehen für das Bedürfnis nach Geborgenheit. Es sollte behutsam versucht werden das Farbspektrum auszuweiten. Farbiges Papier kann manchmal eine Hilfe sein, zu anderen Farben zu gelangen.


Malen ohne formale Gestaltung: Von der basalen Auseinandersetzung mit den Händen mit Kleister und Farbe, bis zur Handhabung von Pinsel und Malkreiden finden sich viele Ansatzmöglichkeiten für das Malen- auch besonders für körper- und mehrfachbehinderte Kinder. Diese Techniken schließen graphisch-zeichnerisches Gestalten nicht aus, so dass alle Möglichkeiten offen bleiben.


Malwerkzeug: Fixieren sie sich nicht auf herkömmliche Pinsel. Sinnvoller sind oft Farbwalzen, breite Malerpinsel, Holzkugeln, Tennisbälle, Rasierpinsel...Malrollen bieten sich vor allem für Personen an, die nicht in der Lage sind einen Pinsel zu führen. Dies ist besonders geeignet für großflächiges Malen mit flüssiger Tempera- oder Volltonfarbe. Pipetten mit großen Gummibällchen eignen sich gut für Farbtropfen, Quetschmalerei für diejenigen mit handmotorischen Behinderungen.


Gestalterische Arbeit mit mehrfachbehinderten Menschen kann jedoch in erster Linie Realitätsbezug herstellen. Die Kreativitätsentwicklung steht an erster Stelle, Handfunktionstraining, selektive Fingerbeweglichkeit, taktil-kinästhetische Reizzufuhr oder Senisibilitätstraining sollten im pädagogischen Alltag vorsichtig und eher spielerisch eingebaut werden. Eine gute Absprache mit Ergo- und Physiotherapeutin ist unbedingt notwendig. Sie geben Auskunft darüber welche Funktionen besonders gefördert werden sollen. Die Pädagogen wieder geben Rückmeldung über Fortschritte, Rückschritte oder Stillstand. Wichtig ist für alle Beteiligten die Fortschritte nicht von der eigenen Persönlichkeit abhängig zu sehen, sondern diese als Entwicklungsprozess in einem komplexen Umfeld zu werten. Die Familie sollte in der gemeinsamen Teamarbeit ebenfalls einen gleichwertigen Stand einnehmen. Sie leisten wichtige Mitarbeit in punkto Beobachtung und Beitrag zum Förderungskonzept. Daraus können spezielle Beobachtungs- und Förderbögen entwickelt werden. Diese sollten kein Geheimnis sein, sondern der Familie zugänglich. Günstig wäre es auch die behinderten Menschen mit einzubeziehen, Fortschritte mit ihnen gemeinsam einzutragen.
Besonders geistig-behinderte Menschen sollte man in ihrem Bewusstsein und ihrer Aufnahmefähigkeit nicht unterschätzen. Sie haben in unterschiedlichen Bereichen oft sehr “reife Inseln“, und verstehen das Gewicht eines Themas vor allem emotional. Den Inhalt kann man einfach und leicht verständlich verpacken.


Der Verstand ist nur das Werkzeug, die Emotionalität das Gewicht - Kreativität ist der Ausdruck von individueller Persönlichkeit, momentaner Gefühlslage und Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber.


(Literatur: Gemeinsam gestalten, Arbeitsbuch zur integrativen Kreativitätsförderung, Herbert Steiner)

Sie könnnen die Tage beliebig einfärben, mit oder ohne Einstimmung am Morgen,
Ausklang am Nachmittag oder am Abend. Sie können auch direkt in ein spannendes
Vormittagsprogramm einsteigen, an dem sie nun mit ihrer Gruppe bis zur Mittagspause arbeiten. Achten sie darauf das auch ein Freiraum für Jause, Mittagessen und Ruhepausen geschaffen wird, indem sich alle entspannen können, bevor sie in das nächste Programm einsteigen. Sie sollten einige Höhepunkte im Laufe der Woche einbauen und genügend Zeit zum Ausklang der Woche einplanen, wo alle die Möglichkeit finden sich von den vorhergangenen Tagen zu verabschieden, um anschließend wieder in den Alltag einzusteigen. Der Übergang dazu sollte sehr bewußt wahrgenommen werden, um die Außergewöhnlichkeit dieser gemeinsamen Tage zu betonen. Sie können die Ereignisse dieser Tage auch in einer Broschüre festhalten, Foto- und Videomaterial als Erinnerung und für Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit sammeln. Wenn sie ihr Projekt nach einem gestalterischen oder werkorientierten Motto geplant haben, können sie die entstandenen Produkte auch zum Verkauf anbieten. Vielleicht haben sie auch Zeit und Möglichkeit ihren Werkstättenalltag auf diese Weise einmal anders zu gestalten. Ein idealer Rahmen sind Beschäftigungsgruppen für Jugendliche und Erwachsene, Sonder- und Schwerstbehindertenschulen, Sonderkindergärten und Integrativkindergärten, Integrativklassen in Volks- und Hauptschulen, neuropsychiatrischer Stationsbereich des Kindes- und Jugendalters. Sie fördern mit diesen Wochen oder Tagen Kreativität, Gemeinschaftssinn, Abwechslung vom Alltag und auch neue Perspektiven für ihre Arbeit. Sie erhalten nun zu oben angegebenen Themenvorschlägen einige praktische Programmvorschläge, die sie gestalterisch nachbearbeiten oder neu für sich ausarbeiten können.

(lesen Sie mehr unter Klangwoche)
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