Tipp: Erwachsenengerecht aufbereitet sind bestimmte Fingerspiele auch bei schwerstbehinderten jungen Erwachsenen beliebt und schulen Aufmerksamkeit und das Gefühl für feinmotorische Vorgänge.
Fingerspiele für die Kleinsten:
Die Wackelgans
Die Wi-Wa-Wackengans, wackelt mit dem Federschwanz. Mit dem Schnabel kann sie schnattern, mit den Flügeln kann sie flattern. Schwimmen kann sie durch den Graben, ei, die Gans, die möchte ich haben. .- Führen sie die Tätigkeiten dem Text entsprechend mit Fingern und Händen aus, bei der letzten Zeile klatschen sie in die Hände. Oder nehmen sie die Händchen ihres Kindes: Bei der ersten Zeile bewegen sie sie hin und her, bei der zweiten patschen sie sie gegeneinander. Bei der dritten Zeile bewegen sie die Ärmchen auf und nieder, und bei der vierten beschreiben sie mit ihnen kleine Kreise. Zuletzt drücken sie die Ärmchen leicht gegen den Körper ihres Kindes und wiegen es sanft.
Himpelchen und Pimpelchen
Himpelchen und Pimpelchen die saßen auf einem Berg. Himpelchen war ein Heinzelmann, und Pimpelchen war ein Zwerg. Sie blieben lange dort oben sitzen und wackelten mit ihren Zipfelmützen. Doch nach 27 Wochen sind sie in den Berg gekrochen. Da schlafen sie nun in guter Ruh. Drum sei mal still – und hör gut zu: chr chr chr... lässt sich zu zweit oder auch in einer größeren Gruppe nachspielen. Die Daumen stellen Himpelchen und Pimpelchen dar. Die Hände werden so zu Fäusten geballt, dass die Daumen sich frei bewegen lasen: sitzen, hin und her wackeln und schütteln, sich nach oben strecken und zurück in die Fäuste wandern. Dann schnarchen alle Mitspieler.... Himpelchen sagt, ich wach´wieder auf, Pimpelchen sagt, das tu´ich jetzt auch. Himpelchen baut sich nun ein Haus, Pimpelchen meint das kann ich auch. Die Daumen kriechen wieder aus den Fäusten heraus und bauen ihre Häuschen. Die Häuschen sind aber nicht sehr gerade, das finden beide schade, die Häuschen sind ein bisschen krumm, das finden beide dumm. Bläst ein starker Wind hinein, fallen beide Häuschen ein! Die Häuser sind die nur an den Fingerspitzen zusammengelegten Hände, die ein Dach bilden. Zum Schluß, wenn der Wind (selbst pusten) bläst, przeln die Daumen und die anderen Figner, also das Häuschen, durcheinander.
Maus
Da kommt ´ne Maus, die baut sich ein Haus, da kommt ´ne Mücke, die baut sich ´ne Brücke, da kommt ein Floh, der macht – so! Da kommt die Maus, da kommt die Maus, Klingelingeling! Ist die (der) (Name des Kindes) zuhaus? Da kommt ein Bär, er tappt daher und fragt daher und fragt wo meine liebe (Name) wär.
Kindergartenalter:
Der Turm aus Händen
Gespielt wird im Uhrzeigersinn: Ein Teilnehmer nach dem anderen legt seine Hand auf die des Vorgängers. Ist der Turm gebaut, so wird immer die unterste Hand hervorgezogen und auf die oberste gelegt. Dabei steigern die Spieler das Tempo so weit, bis der Händeturm „zusammenbricht“.
Sommergewitter
Während eines Spazierganges im Sommer, versteckt sich die Sonne plötzlich hinter den Wolken, und ein Gewitter zieht auf. Alle Menschen versuchen sich unterzustellen. Da beginnt es zu tröpfeln. Und dann fallen die ersten dicken Tropfen. Es regnet und regnet und regnet. Jetzt wird es immer heftiger, und es gießt in Strömen. Nun hagelt es sogar, und das mitten im Hochsommer. Jetzt blitzt es, erst wenig, dann aber immer mehr, und die Donnerschläge werden auch immer lauter. Ganz allmählich beruhigt sich das Gewitter. Das ist die Gelegenheit für alle Menschen, jetzt ganz schnell nach Hause zu laufen. Als sie aus dem Fenster gucken, kommt hinter den Wolken die Sonne wieder hervor. Darüber freuen sich alle. – Die Finger beider Hände spazieren über den Tisch. – Nur noch die Fingerkuppen liegen am Tischrand auf. – Eine Fingerkuppe klopft auf den Tisch. Zwei Finger klopfen abwechselnd auf den Tisch. Alle Finger trommeln auf den Tisch. Die Kinder reiben die Handflächen aneinander. Die Fingerknöchel klopfen auf den Tisch. Die Hände fahren schnell wie ein Blitz durch die Luft. Die Fäuste trommeln laut auf den Tisch. Die flachen Hände schlagen langsamer werdend auf den Tisch. Alle Finger laufen einmal rasch über den Tisch und verschwinden dann hinter dem Rücken. Die Hände malen eine Sonne in die Luft und zum Schluss klatschen die Kinder vor Freude in die Hände.
Fingerakrobatik
Und wer hat die biegsameren Finger? Zunächst biegen sie den Mittelfinger so weit wie möglich nach hinten über den Zeigefinger hinweg, über den Mittelfinger legen sie dann den Ringfinger, dessen Kuppe das Grundgelenk des Zeigefingers berühren sollte. Zum Schluss legen sie noch den kleinen Finger über den Ringfinger. Das ist eine tolle Fingerakrobatik, die mit beiden Händen gelingen soll.
Knöpfe sammeln
Mit nur einer Hand sollen die Knöpfe so vom Tisch genommen werden, dass das Kind sie nacheinander jeweils zwischen 2 Finger Knöpfe hält.
Reißwolf
Wieder erhält jeder Spieler eine Zeitungsseite. Überlegen sie für jeden Teilnehmer ein Tier oder einer Gegenstand, dessen Form ausgerissen werden soll. Nun flüstern sie jedem Kind den Begriff zu. Wenn alle Mitspieler ihre Aufgabe gelöst haben, sollen die anderen Kinder die Motive erraten.
Schrauben zur Mutter
Aufgabe ist es die verschiedenen Schrauben den passenden Muttern zuzuordnen. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl. Diese und ähnliche Tasterfahrungen sind nicht nur für Kinder ein besonderes Vergnügen sondern auch für Erwachsene.
Fingerfiguren
Graues oder farbiges Tonpapier, Stifte, Schere: Fertigen sie für jedes Kind zwei Elefanten an, und schneiden sie für den Rüssel ein kreisrundes Loch aus. Dahindurch stecken die Kinder ihren Zeigefinger. Wenn es eine große Gruppe ist, so reicht pro Kind ein Elefant. – Das Spiel: Die Kinder führen ihre Elefanten dem Text entsprechend herum. Bei der letzten Strophe sind dann die Zeigefingerrüssel miteinander verschlungen.
Klingelhandschuhe
1 Paar ausgediente Fingerhandschuhe, Glocken, Bänder, Schleifen, Fingerhüte, schöne Knöpfe, Nadel und Garn. Verzieren sie die Finger der Handschuhe mit Glöckchen, Knöpfen und nähen sie an jeden Handschuh nur eine Art Verzierung an, also entweder nur Glöckchen oder nur Knöpfe... Um die Fingerhüte befestigen zu können, stechen sie sie zunächst durch und nähen sie dann fest. Besonders wichtig ist es, dass alle Dekorationsmaterialien entweder Geräusche machen, wenn sie bewegt werden oder leuchtende Farben haben. – Spiel: Ziehen sie die Handschuhe an, und bewegen sie sie vor den Augen des Kindes hin und her. Wenn sie mögen sprechen sie einen Reim dazu. Lassen sie ihr Kind selbst die Handschuhe ausprobieren oder fertigen sie sie in der entsprechenden Größe an.
Spiele mit bemalten Händen
Fingerfarben, Mehl und Wasser, Speisefarben oder Nagellack, Schminkfarben. Sie und die Kinder verwandeln nun die Hände in unterschiedliche Phantasiefiguren. | Selbsterfundene, exotische Geschichten, Märchen- oder Bilderbuchtexte lassen sich so als Handtheaterstücke aufführen.
Volkschulalter:
Schlangenmeister
wer kann aus einer Seite die längste Schlange ausreißen. Begonnen wird erst auf ihr Startzeichen hin. Nach etwa zwei Minuten rufen sie „stopp“. Dann legen die Kinder ihre Zeitungsschlangen nebeneinander auf. Das entsprechende Kind entfernt das Tuch von den Augen und reicht seine Hände reihum jedem Teilnehmer. Diese müssen nun das Kind erraten. Nachdem alle einen Namen gesagt haben, gibt der Spieler sich zu erkennen. Wer richtig geraten hat, erhält einen Punkt. Nun verbindet auch dieses Kind seine Augen wieder mit dem Tuch, und sie rufen die nächste Nummer auf, und so fort. Gibt es einen Tastkönig nach dieser Spielrunde, erhält er den Titel Schlangenmeister.
Händepaar
Verbinden sie zunächst einem Mitspieler die Augen. Dann legen vier Kinder ihre Hände durcheinander auf den Tisch. Der blinde Teilnehmer soll nun die Hände zu richtigen Paaren ordnen. Und wer schafft es, auch noch den passenden schmuck richtig herauszufinden?
Taler, Taler du musst wandern
Alle Kinder bis auf eines bilden einen Kreis und strecken ihre Hände nach vorn – Innenfläche an Innenfläche gelegt. Der Spieler in der Mitte hält zwischen seinen Handflächen die Münze fest. Dann fährt er reihum mit seinen Händen vorsichtig durch die der Mitspieler. Dabeisingen oder sprechen alle den Reim: Taler,
Taler du musst wandern, von dem einen zu dem andern, das ist schön, das ist schön, lass den Taler nur nicht sehn! Bei einem der Kinder lässt der Spieler die Münze möglichtst unauffällig in die Hände gleiten. Am Ende des Reims fragt er einen Teilnehmer: Nun sag´ geschwind, mein liebes Kind, in wessen Hand der Taler verschwand. – Rät das Kind richtig, so darf es als nächstes in die Kreismitte, wenn nicht, ist derjenige an der Reihe, in dessen Händen der Taler ist.
Streichholztransport
Alle Teilnehmer sollten nacheinander vier Streichhölzer aufnehmen, transportieren und wieder ablegen. Für sehr kleine Hände müssen sie die Hölzer ein wenig kürzen. Der Spielleiter platziert das erste Streichholz so über eine Tischecke, dass die beiden Streichholzenden überstehen. Diese nimmt das Kind nun vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann trägt es das Streichholz zu seinem Platz und legt es dort ab. Das zweite Hölzchen – wieder über Eck gelegt – muss nun zwischen Zeige- und Mittelfinger, das dritte zwischen Mittel- und Ringfinger und das vierte zwischen Ringfinger und kleinen finger aufgenommen, zu Platz getragen und abgelegt werden. Der Rücktransport der Hölzchen beginnt nun wieder mit Daumen und Zeigefinger. Noch schwieriger wird dieses Spiel, wenn Rechtshänder die linke Hand und Linkshänder die rchte Hand nehmen. Geringerer Schwierigkeitsgrad: Jeweils zwischen Daumen und Ziegefinger, Daumen und Mittelfinger und sofort, transportieren und wieder ablegen.
Rhythmische Hände
Morsealphabet: Alle Kinder sitzen im Kreis (oder hintereinander) und haben die Augen geschlossen. Der erste Spieler überlegt sich einen Rhythmus (etwa 8 Schläge), merkt ihn sich gut und klopft ihn seinem rechten Nachbarn auf die Hand (dem Vordermann auf den rücken klopfen) Dieser gibt ihn weiter an den nächsten, dieser wiederum an den übernächsten und so fort, bis der Rhythmus wieder beim ersten Spieler angelangt ist. Dieser klatscht nun seinen ursprünglichen Rhythmus in die Hände.
Vorsicht Wechsel
Die Kinder sitzen in einem eng zusammen gestellten Stuhlkreis und legen je eine Handfläche auf den angrenzenden Schenkel des rechten und des linken Nachbarn. Wer Vorsicht Wechsel noch nie gespielt hat, sollte eine langsame Proberunde durchführen. Jetzt wird nacheinander rechtsherum mit der rechten Hand auf die Oberschenkel geklatscht. Dann geht´s linksherum, mit der linken Hand. Im Spiel bedeutet einmal klatschen, die Richtung beibehalten, zweimal klatschen die Richtung wechseln. Wer nicht aufpasst, und/ oder mit der falschen Hand klatscht, muss diese auf den Rücken legen. Das Spiel wird immer kniffliger – je mehr Hände ausscheiden, denn desto mehr Lücken müssen die Kinder überbrücken.
Knopftürme
Jedes Kind baut auf jedem Finger, außer dem Daumen – einen Knopfturm. Die Kinder können auch zu zweit zusammen spielen und jeweils beim anderen einen Turm bauen. Dabei müssen sie die Hände sehr ruhig halten.
Wanderknopf
Mehrere Spieler stehen im Kreis und sollen einen Knopf von Zeigefinger- zu Zeigefingerkuppe weitergeben, ohne dabei die anderen Finger oder die andere Hand zu Hilfe zunehmen. Fällt der Knopf herunter, so scheiden die beiden Kinder aus, bei denen die Weitergabe gescheitert ist. In jeder Spielrunde ist ein anderer Finger an der Reihe.
Schnick, schnack, schnuck
Mindestens vier Spieler sitzen um einen Tisch herum und haben je einen Knopf in einer Hand versteckt. Bei schnick legen sie beide Fäuste auf den Tisch, bei schnack die Handflächen und bei schnuck die Fingerkuppen. Dabei darf der Knopf auf keinen Fall zu sehen sein, geschweige denn herunterfallen. Nachdem die Spieler geübt haben, bilden sie zwei Mannschaften, die immer abwechselnd an der Reihe sind. Während ein Teilnehmer aus einer Gruppe spielt, beobachtet die gegnerische Mannschaft ihn genau, denn sie soll erraten, in welcher Hand der Spieler den Knopf versteckt hat. Schafft die Gruppe das, so erhält sie einen Punkt. Wer zuerst fünf hat, ist Sieger.
Der weiße Punkt
Einer der beiden Spieler schließt die Augen. Der andere weißt sich eine Fingerspitze mit Kreide oder Mehl und berührt damit z.B. einen Arm des Partner. Dieser legt dann seinen Finger auf die Stelle, die seiner Meinung nach betupft wurde. Dann öffnet er die Augen und prüft ob er den Punkt getroffen hat. Danach erfolgt ein Rollentausch.
Knopfjongleur
Um dieses Spiel zu beherrschen, muss ihr Kind sicherlich lange üben. Auf einem Tisch liegen 3 Knöpfe. Der Spieler nimmt einen, wirft ihn hoch und fängt ihn wieder auf. Dann wirft er ihn erneut hoch, nimmt schnell den zweiten Knopf und fängt den ersten wieder auf. Jetzt wirft das Kind beide hoch, nimmt den dritten und fängt die beiden anderen auf. Dann müssen alle drei Knöpfe hochgeworfen und wieder aufgefangen werden.
Die Welle
Jetzt geben sie jedem der Kinder zusätzlich eine Schere mit der sie lange Wellen- oder Dreiecksschlangen oder andere Formen ausschneiden sollen. Und zwar so schnell und so exakt wie möglich.
Knopflauf
Immer 2 Spieler stellen sich so auf, dass sie einen großen Knopf z. B. zwischen ihre Oberarme, ihre Kniescheiben oder ihre Stirnen legen. Dann müssen sie ihn eine bestimmte Strecke weit transportieren. Die Zeit stoppt ein Spielleiter, und für jedes Verlieren bekommen die Spieler einen Minuspunkt. |