Belebende Ganzkörperwäsche
Die Badetemperatur soll zwischen 23 und 28°C liegen. Die kühlere Wassertemperatur hilft dem Patienten seine Aufmerksamkeit zu wecken. Der Waschhandschuh sollte nicht zu weich sein. Ein Naturschwamm, der sich der Körperform gut anpasst ist ideal. 1. Begonnen wird mit dem Oberkörper. Die Waschrichtung erfolgt gegen den Haarstrich. Erst nach dem Körperstamm sollten die Hände und Arme, Füße und Beine gewaschen werden. 2. Die Waschrichtung erfolgt immer in einer Richtung. Sie sollte möglichst der Körperform angepasst sein, und Informationen über diese vermitteln. 3. Das Gesicht wird mit einem Waschlappen gewaschen. 4. Das Abtrocknen erfolgt ebenfalls ausschließlich gegen die Haarwuchsrichtung mit einem möglichst etwas aufgerauhtem Handtuch. – Insgesamt eine Zeit von 20 Minuten nicht überschreiten. In weiterer Folge kann ein Rosmarin-Badezusatz beigemengt werden. Rosmarin wirkt belebend.
Beruhigende Ganzkörperwäsche
Die Badetemperatur liegt zwischen 37 und 40 °C. ! Es wird ein gut ausgewrungener Waschlappen verwendet, vom Thorax ausgehend, begonnen. 2. Die Waschrichtung erfolgt mit der Haarwuchsrichtung. Es wird nur in eine Richtung gewaschen. Die Hand darf nicht am Körper zurückgeführt werden, sondern muss immer neu ansetzen. 3. Das Abtrocknen erfolgt ebenfalls mit der Haarwuchsrichtung. 4. Besonders beruhigend wirkt auch ein warmes Fußbad. Das Bein ebenfalls mit der Körperhaarrichtung waschen. 5. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ein Lavendel-Badezusatz beigemengt werden.
Bewegungsbad
Bewegungsbäder sollen etwa Körpertemperatur haben. Sie bieten besonders bewegungsunfähigen Menschen Entspannung und Erfahrungsmöglichkeiten im Wasser an. Eine vertraute Person sollte im Badeanzug bekleidet das Durchbewegen in der Wanne durchführen. Es empfiehlt sich vor allem im institutionellen Bereich auch dem behinderten Menschen einen Badeanzug anzuziehen, um die Intimsphäre zu wahren. Nun kann ein ruhiges Durchbewegen, Drehen und Beugen stattfinden. Beobachten sie Muskeltonus und Atmung. Bei Sonden etc. empfiehlt es sich diese vorher mit OP-Folie abzukleben, damit kein Wasser eindringen kann. Das Bewegungsbad sollte vor allem innerhalb der Förderung intensiv-behinderter Menschen immer wieder eingesetzt werden.
Basalstimulierende Haarwäsche
Die Wassertemperatur liegt unter der Körpertemperatur. 1. Die Haare werden gegen den Wuchsstrich gewaschen. 2. Das anschließende Fönen der Haare ermöglicht einen gezielten Wechsel der Temperatur. Dabei sollte der Luftstrom auch immer wieder über das Gesicht geführt werden. 3. Eine beruhigende Haarwäsche findet mit der Haarwuchsrichtung statt. Die Wassertemperatur ist dabei der Körpertemperatur angepasst. 4. Das anschließende Fönen wird nur mit einem warmen Luftstrom durchgeführt.
Wasserbett
Durch Zelte, entsprechende Musik, gedämpftes Licht bis hin zur direkten Vibration des Wassers durch Musik können sinnliche Erfahrungswelten simuliert werden. Bei intensiv-behinderten Menschen zeigen sich sehr positive Reaktionen. – Allerdings darf das Liegen auf dem Wasserbett nicht zur Dauer werden, weil durch die absolut gleichmäßige Verteilung der Druckpunkte das Köperempfinden schwindet, und eine körperliche Orientierungslosigkeit eintritt.
Knautschsäcke
Sie sind zur Lagerung sehr beliebt, haben aber den Nachteil, dass sie sehr instabil sind, und bereits nach wenigen Minuten die Form verlieren. Um dies zu verbessern, kann es sinnvoll sein, für den Sitzsack einen Rahmen zu konstruieren, der Halt gibt.
Sandsäcke
Sie sind leicht herzustellen, die Hülle muss aber stabil und undurchlässig sein. Die Hülle sollte aber trotzdem textilbeschichtet sein, da sonst die Transpiration zu stark gefördert wird.
Materialwannen
Kunststoffwannen, der Größe der Benutzer angemessen, die mit unterschiedlichem Material gefüllt sein können. Man verwendet kleinteiliges Material. Materialvorschläge: Naturkorken, kleine Kissen..., auf jeden Fall soll das Material wärmend sein. Genau wie beim Wasserbett sollen längere Aufenthalte vermieden werden, da die Förderung von Monotonie und Stereotypie nicht auszuschließen ist. | Die ruhige, angenehme Atmosphäre fördert jedoch auch Eigenaktivität, wenn man sich an Zeiteinheiten hält.
Materialien zur somatischen Anregung
Festes Frotteetuch, weiches Velourstuch, leichtes Baumwolltuch, Fell, unterschiedliche Handschuhe (Leder, Stoff, mit kleinen Noppen), unterschiedliche Massageöle
Materialien zur vibratorischen Anregung
Vibrationskissen (elektrisch betrieben, Netz oder Batterie. Im Versandhandel oder im Sanitätshandel erhältlich), kleine Tischmassagegeräte (nur gute Qualität nehmen, da billige Geräte nur zu kosmetischen Zwecken verwendbar sind), auch elektrische Zahnbürsten eignen sich zur Stimulation, Vibrationswürfel, Massagemattten.
Materialien zur geruchlichen (olfaktorisch) Anregung
Duftorgel: besteht aus etwa zehn unterschiedlichen Gerüchen: Zimtöl, Teeöl, Lavendelöl, Orangenöl, Parfum, Heilöl, dazu kleine Riechläppchen aus Stoff, saisonabhängige Kissen mit Naturfüllung (Heu, Stroh, Blätter), Riechsäckchen mit unterschiedlich duftenden Materialien gefüllt bzw. imprägniert.
Materialien zur vestibulären Anregung
verschiedene Schaukeltypen: 1. Hängeschaukel: An dieser Schaukel müssen Sitzsäcke, wie auch Hängematten zu befestigen sein. Das Gerät muss die Belastung von zwei Personen aushalten können. Es ist wichtig bei der Installation darauf zu achten, dass die Schaukel jederzeit benutzt werden kann, und nicht zu viele Vorbereitungen im Einzelfall erforderlich sind. 2. Schaukelschüsseln und Schaukeltonnen 3. Korbschaukeln, 4. große Autoreifen, 5. Weltenschaukel (werden besonders empfohlen, da sie Rückzugszonen und einen eigenen Erlebnisbereich anbieten, Kreisel
Materialien zur auditiven Anregung
Bass-Ton-Blöcke (ideal in der Form der Schlitztrommel), Basstrommel, Metronom – eignet sich ausgezeichnet zur auditiven Anregung und auditiven Orientierung im Raum (elektronische Metronome sind für diesen Einsatz günstiger als mechanische). Stereoanlage mit abnehmbaren Boxen. Das Erleben von Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Förderung im auditiv-vibratorischen Bereich.
Materialien zur geschmacklichen (guslatorisch) Anregung
unterschiedliche Gewürze, Lutschobjekte aus Holz und Kunststoff mit unterschiedlicher Struktur, Eislutscher
Materialien zur visuellen Anregung
Farblampen zur Herstellung von Farbinseln und Lichtorientierung, Spotlampe zur Konzentration von Licht auf einzelne Objekte unter Ausschaltung von Streulicht, speziell eingerichteter Licht-Dunkelraum, Diaprojektor mit Zoomobjektiv zur Projektion von Farben und Rastern, Leucht-Fingerfarben, Taschenlampen in verschiedenen Farben, gut befestigte Wassersäulen, Computeranimationen, Einsatz von Video- oder Fotokamera, Diaprojektor, Spiegel
Materialien zur taktilen Anregung
Naturmaterialien: Holzkugeln, große getrocknete Nüsse (Kokosnuss), Kunststoff: Noppenbälle, Hand- und Fußroller, Tastsäckchen mit unterschiedlicher Füllung, sie sollten die Größe eines kleinen Turnsäckchens haben. Größere Kissen mit unterschiedlichem Bezug und unterschiedlicher Füllung. Aus ihnen lassen sich Tastlandschaften zusammensetzen.
Materialien zur räumlichen Ausstattung
Gruppenräume sollten unterteilbar sein, so dass Rückzugszonen entstehen. Dies kann durch Vorhänge oder Paravents geschehen. Die Bodengestaltung verdient eine besondere Aufmerksamkeit, da sich Fortbewegung oft erst kriechend und robbend entwickeln kann. Materialien: Sisal, Wolle, Gummimatten. So können unterschiedliche Funktionsbereiche markiert werden. Eine Krabbel- und Liegelandschaft ist besonders für schwerstbehinderte Menschen ausgesprochen wünschenswert.
Schaumstoffwürfel: Sie können als provisorische Sitzhilfen verwendet werden. Sie bieten den Vorteil eines außerordentlich festen und gleichmäßig verteilten Drucks, der dem gesamten Körper guten Halt gibt. Besonders eignet sich fester Pressschaum. Unter Umständen kann man den Schaumstoffwürfel auf ein Rollbrett plazieren, um das Kind an unterschiedliche Stellen des Raumes mitnehmen zu können. |